Wie verbreitet Cloud-Software ist
Laut Statistischem Bundesamt nutzten 2025 54 % der Unternehmen in Deutschland mit mindestens zehn Beschäftigten kostenpflichtige Cloud-Dienste (Pressemitteilung Nr. 416 vom 24. November 2025). Bei Großunternehmen waren es 86 %, bei kleinen Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten 51 %. Am häufigsten liegen E-Mail, Datenspeicherung und Office-Anwendungen in der Cloud; ERP- und CRM-Software nutzte jeweils knapp ein Viertel der Cloud-Anwender als Cloud-Dienst. Weitere Zahlen findest du auf unserer Seite Marktdaten.
Der Vergleich
| Kriterium | Cloud (SaaS) | On-Premise |
|---|---|---|
| Kosten | laufende Gebühr pro Nutzer, wenig Anfangsinvestition | Lizenz oder Kauf, Server, Wartung, Personal |
| Start | sofort nutzbar | Installation und Einrichtung nötig |
| Updates | automatisch durch den Anbieter | selbst planen und einspielen |
| Sicherheit | Rechenzentrum des Anbieters, oft zertifiziert | so gut wie deine eigene IT |
| Datenhoheit | Daten beim Anbieter, vertraglich geregelt | Daten im eigenen Haus |
| Anpassbarkeit | Konfiguration im Rahmen des Produkts | tiefe Anpassungen möglich |
| Verfügbarkeit | abhängig von Internet und Anbieter | abhängig von eigener Infrastruktur |
| Abhängigkeit | Preis- und Produktentscheidungen des Anbieters | Hersteller-Support, Hardware-Lebenszyklus |
Wann Cloud passt
Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung ist Cloud-Software die naheliegende Wahl. Sicherheitsupdates, Backups und Hochverfügbarkeit leistet ein professionelles Rechenzentrum oft besser als ein Server im Abstellraum. Mitarbeitende können ortsunabhängig arbeiten.
Was Cloud nicht verlagert, ist deine Verantwortung für die Daten. Du brauchst einen Auftragsverarbeitungsvertrag, musst den Serverstandort kennen und Übermittlungen in Drittländer absichern – siehe DSGVO-Check für Software. Der Kriterienkatalog C5 des BSI hilft bei der Bewertung von Cloud-Anbietern.
Wann On-Premise passt
- Du hast eine eigene IT mit Kapazität für Betrieb, Backups und Sicherheit.
- Du brauchst tiefe Anpassungen oder Anbindungen an Maschinen und Altsysteme.
- Vertragliche oder regulatorische Vorgaben verlangen Daten im eigenen Haus.
- Die Internetanbindung am Standort ist unzuverlässig.
- Eine hohe Nutzerzahl macht Abo-Modelle langfristig deutlich teurer.
Viele Hersteller bieten On-Premise-Versionen nur noch eingeschränkt an oder entwickeln neue Funktionen zuerst für die Cloud. Frag nach der Produktstrategie, bevor du dich für Jahre bindest.
Mischformen
Zwischen den Polen gibt es Varianten: Private Cloud (die Software läuft exklusiv für dich bei einem Hoster), gehostete Standardsoftware (dein Partner betreibt eine On-Premise-Version für dich) oder hybride Modelle (sensible Daten im Haus, der Rest in der Cloud). Sie verbinden Kontrolle mit weniger Betriebsaufwand, kosten aber meist mehr als reines SaaS.
Kostenvergleich über fünf Jahre
Vergleiche nie Abo-Gebühr gegen Lizenzpreis. Rechne für On-Premise Server, Betriebssystem, Datenbank, Backups, Wartungsverträge und Arbeitszeit der IT hinzu, für Cloud die Gebühren für alle Nutzer, Zusatzmodule und Preiserhöhungen. Eine Anleitung steht im Ratgeber Software-Kosten richtig kalkulieren.
Quellen
- [1]Statistisches Bundesamt: Jedes zweite Unternehmen nutzt kostenpflichtige Cloud-Services (Pressemitteilung Nr. 416), 24.11.2025. Abgerufen am 02.11.2026.
- [2]BSI: Kriterienkatalog C5 (Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue). Abgerufen am 02.11.2026.
- [3]EUR-Lex: Verordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung). Abgerufen am 02.11.2026.




