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Auswahl & Einführung

Shopsystem wählen: SaaS oder Open Source?

Ein SaaS-Shop ist schneller startklar und nimmt dir Hosting, Updates und Sicherheit ab, kostet aber laufend Gebühren und begrenzt Anpassungen. Ein Open-Source-Shop lässt sich frei erweitern, verlangt aber Hosting, Wartung und meist eine Agentur.

Geschrieben von Dettingenstack-Redaktion

Aktualisiert am 02.11.2026 · 2 Min. Lesezeit

Illustration: Eine Gründerin steht an einer Weggabelung zwischen einem Cloud-Shop und einem Werkzeugkasten.

Die beiden Modelle

SaaS-Shops mietest du: Der Anbieter betreibt Server, Software und Sicherheit, du zahlst eine monatliche Gebühr und oft eine Transaktionsgebühr. Open-Source-Shops installierst du selbst oder lässt sie von einer Agentur betreiben. Die Software ist häufig in einer Grundversion kostenlos, Kosten entstehen durch Hosting, Erweiterungen, Wartung und Entwicklung.

KriteriumSaaSOpen Source
Startin Tagen, ohne TechnikkenntnisseWochen bis Monate, meist mit Agentur
Laufende KostenMonatsgebühr, Transaktionsgebühren, AppsHosting, Wartung, Updates, Plugins
Anpassbarkeitim Rahmen von Themes und Appsnahezu unbegrenzt
Updates und Sicherheitmacht der Anbieterdeine Verantwortung oder die deiner Agentur
DatenhoheitDaten beim Anbieter, Export prüfenDaten auf deinem Server
Abhängigkeitvom Anbieter und seinen Preisenvon Agentur oder eigenem Know-how

Wann SaaS passt

Ein gemieteter Shop ist sinnvoll, wenn du schnell starten willst, kein eigenes Technikteam hast und dein Geschäftsmodell mit Standardfunktionen auskommt. Achte auf die Kosten bei steigendem Umsatz: Transaktionsgebühren und kostenpflichtige Apps summieren sich. Rechne deshalb mit deinem geplanten Umsatz in zwei Jahren, nicht mit dem heutigen.

Wann Open Source passt

Ein Open-Source-Shop lohnt sich bei besonderen Anforderungen: komplexe Produktkonfiguratoren, B2B-Preislisten je Kunde, viele Schnittstellen oder ein eigener Checkout. Plane ein Budget für regelmäßige Updates ein – ungepflegte Shops sind ein Sicherheitsrisiko. Frag Agenturen nach Wartungsverträgen mit festen Reaktionszeiten.

Deutsche Besonderheiten

  • Rechtstexte (AGB, Widerrufsbelehrung, Datenschutz) aktuell halten, oft per Schnittstelle zu einem Rechtstext-Dienst
  • Bestellbutton mit eindeutiger Beschriftung wie „zahlungspflichtig bestellen“
  • Grundpreisangaben und Versandkosten korrekt anzeigen
  • Gängige Zahlungsarten: Rechnung, PayPal, Lastschrift, Karte, Echtzeitüberweisung
  • Rechnungen mit allen Pflichtangaben nach § 14 UStG, im B2B-Geschäft künftig als E-Rechnung
  • Cookie-Einwilligung für Tracking und Marketing-Tools

Die Pflichtangaben auf Rechnungen regelt § 14 UStG. Verkaufst du an Unternehmen, betrifft dich die E-Rechnungspflicht ab 2027 beziehungsweise 2028.

Anbindung an Warenwirtschaft und Buchhaltung

Ab einer gewissen Bestellmenge ist die Anbindung an ein ERP oder eine Warenwirtschaft entscheidend: Lagerbestände, Versandetiketten, Rechnungen und Buchhaltungsexport sollen ohne Abtippen laufen. Prüfe, ob es für deine Warenwirtschaft eine gepflegte Schnittstelle gibt. Mehr zur Auswahl im Ratgeber ERP-Auswahl in 7 Schritten.

Datenschutz

Ein Shop verarbeitet Kundendaten, Zahlungsdaten und oft Tracking-Daten. Für den Shop-Anbieter oder Hoster brauchst du einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, für Tracking im Regelfall eine Einwilligung. Die Prüffragen stehen im DSGVO-Check für Software.

Entscheidungshilfe

  1. 01

    Anforderungen sammeln

    Sortimentsgröße, Zielgruppe (B2C oder B2B), Zahlungsarten, Schnittstellen.

  2. 02

    Kosten über drei Jahre rechnen

    Gebühren, Apps, Hosting, Agentur und interne Zeit.

  3. 03

    Zwei Systeme testen

    Je einen SaaS- und einen Open-Source-Shop mit eigenen Produkten aufsetzen.

  4. 04

    Exit prüfen

    Wie kommen Produkte, Kunden und Bestellungen bei einem Wechsel heraus?

Quellen

  1. [1]EUR-Lex: Verordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung). Abgerufen am 02.11.2026.
  2. [2]Gesetze im Internet: § 14 UStG – Ausstellung von Rechnungen. Abgerufen am 02.11.2026.

Weitere Ratgeber

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